Star Stable Online: Was spielt mein Kind da?
Ein Überblick für Eltern: was im Spiel passiert, wie der Chat funktioniert, was eine Mitgliedschaft kostet und an welchen Stellen die Kommunikation den moderierten Bereich verlässt.
Silver Werewolves
Wenn zu Hause plötzlich von Jorvik, Star Coins und dem Club die Rede ist, läuft im Kinderzimmer mit einiger Wahrscheinlichkeit Star Stable Online. Das schwedische Online-Pferdespiel gehört seit Jahren zu den erfolgreichsten Titeln bei Mädchen zwischen acht und sechzehn und zugleich zu denen, über die Eltern am wenigsten wissen.
Dieser Beitrag beschreibt, was im Spiel tatsächlich passiert, wer dahintersteht, wie die Server aufgeteilt sind, auf welchen Wegen Kontakt zwischen Spielerinnen entsteht, was eine Mitgliedschaft kostet und an welchen Stellen die Kommunikation den moderierten Bereich verlässt. Es geht dabei weder um eine Warnung noch um eine Empfehlung, sondern um die Angaben, die man braucht, um selbst zu entscheiden.
Worum es im Spiel geht
Star Stable Online ist ein MMO, also ein Online-Rollenspiel, in dem viele Menschen gleichzeitig dieselbe Welt bevölkern. Gespielt wird eine Reiterin, die ein Pferd kauft, Aufgaben erledigt, an Rennen teilnimmt und ihre Pferde pflegt und trainiert. Darüber liegt eine Fantasy-Handlung um vier auserwählte Heldinnen, die „Soul Riders“, einen Konzern namens Dark Core und einen Dämon namens Garnok.
Gespielt wird auf Windows, Mac, iPhone und Android, allerdings nicht über Steam, sondern über einen eigenen Launcher. Alle Spielfiguren sind weiblich, männliche Charaktere sieht das Spiel nicht vor. Zuletzt hat das Unternehmen 25 Millionen registrierte Accounts im Oktober 2023 und über 1,4 Millionen monatlich aktive Spielerinnen im Jahr 2021 genannt; neuere Zahlen veröffentlicht es nicht.
Eine USK-Freigabe existiert nicht, da das Spiel ausschließlich digital vertrieben wird. Google Play führt es unter PEGI 7 und der Apple App Store unter 9+, während der deutsche Ratgeber elternguide.online ein Mindestalter von zehn Jahren empfiehlt und dazu rät, anfangs gemeinsam zu spielen. Common Sense Media nennt acht Jahre aufwärts, verweist in den Elternbewertungen aber auf Mobbing- und Kostenrisiken.
Wer das Spiel betreibt
Entwickelt und betrieben wird Star Stable Online von der Star Stable Entertainment AB in Stockholm, die 2010 registriert wurde und das Spiel 2011 in Schweden und 2012 weltweit veröffentlichte. Die Spielwelt Jorvik ist älter als das Spiel selbst: Sie stammt aus der CD-Reihe „Starshine Legacy“ von 2005.
Hinter dem Studio steht kein kleines Entwicklerteam. Der dänische Medienkonzern Nordisk Film, Teil der Egmont-Gruppe, erwarb im Mai 2018 ein Viertel der Anteile, stockte im Dezember desselben Jahres auf 40 Prozent auf und übernahm im November 2021 mit rund 57 Prozent die Mehrheit, womit die dänische Egmont-Stiftung oberste Muttergesellschaft ist.
Beschäftigt sind dort rund 132 Personen. Der Umsatz lag 2025 bei etwa 312 Millionen schwedischen Kronen, umgerechnet knapp 28 Millionen Euro und damit acht Prozent unter dem Vorjahr, nachdem 2023 bereits etwa ein Sechstel der Belegschaft abgebaut worden war. Für Eltern ist das insofern von Interesse, als die Erlöse eines kostenlos spielbaren Titels überwiegend aus dem Verkauf an die bestehende Spielerschaft stammen.
Server und Sprachräume
Star Stable hat keine einzige große Welt, sondern rund 109 getrennte Server in etwa 25 Regionen, und jeder davon ist eine geschlossene Welt für sich. Wer auf einem anderen Server spielt, ist nicht sichtbar, lässt sich nicht als Freundin hinzufügen und auch nicht ansprechen.
Mit etwa 18 Servern hat Deutschland die meisten weltweit, verglichen mit fünf in Frankreich, sechs in Großbritannien und elf in Polen. Die Namen sind durchweg verspielt gewählt, von Winter Star über Chocolate Mountain bis Strawberry Kingdom. Eine offizielle Serverliste veröffentlicht Star Stable nicht, weshalb die Zahlen aus dem Community-Wiki stammen und sich ändern können.
Die Zuordnung erfolgt bei der Registrierung automatisch über die IP-Adresse, sodass ein in Deutschland angelegter Account auch beim zweiten Anlauf auf einem deutschen Server landet. Innerhalb der deutschen Region lässt sich der Server über die Website unter „Account“ und „Server“ kostenlos wechseln, in eine andere Länderregion dagegen nicht.
Weil der Chatfilter nur die jeweilige Serversprache durchlässt, bewegt sich ein Kind im Spiel damit im deutschsprachigen Raum. Der Kreis möglicher Kontakte ist dadurch spürbar kleiner als in Spielen mit einer einzigen weltweiten Welt, allerdings nur so lange, wie die Kommunikation im Spiel bleibt.
Wie im Spiel Kontakt entsteht
Bevor es um die einzelnen Kanäle geht, lohnt der Blick auf das, was fehlt: Star Stable kennt weder Sprach- noch Videochat, und Fotos oder Videos lassen sich nicht verschicken. Gesprochen wird ausschließlich per Text, und darin unterscheidet sich das Spiel strukturell von Roblox, Fortnite oder offenen Minecraft-Servern.
| Kanal | Wer liest mit | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Sag | alle in Sichtweite | verifizierter Account |
| Global | alle auf dem Server | Mitgliedschaft als Star Rider |
| Club | alle Clubmitglieder, die online sind | Clubmitgliedschaft |
| Gruppe | höchstens fünf Personen | Einladung |
| Freund | eine Person, privat | bestätigte Freundschaft |
Leicht übersehen wird ein sechster Weg, nämlich die Briefkästen in der Spielwelt. Dort lässt sich eine Nachricht schreiben und der Empfänger entweder aus der Freundesliste wählen oder schlicht als Name eintippen, sodass jede Person auf demselben Server einem Kind schreiben kann, ohne mit ihm befreundet zu sein. Der Posteingang fasst fünfzig Nachrichten, die Freundesliste hundert Personen.
Kontakt zu Unbekannten entsteht damit an belebten Orten wie Ställen und Dörfern über den lokalen Chat, bei bestehender Mitgliedschaft über den globalen Chat, über Gruppen- und Renneinladungen, über Clubs und eben über die Briefkastenpost.
Chat einschränken oder abschalten
Eine Kindersicherung im üblichen Sinn bietet Star Stable nicht: Es gibt kein Elternmenü, kein Dashboard und keinen Schalter im Spiel. Vier Wege führen trotzdem zum Ziel.
Vollständig abschalten lässt sich der Chat nur über den Kundensupport. Die Anfrage läuft über das Kontaktformular auf der Website und muss zwingend von der E-Mail-Adresse kommen, die im Account hinterlegt ist, sonst wird sie abgelehnt. Anzugeben sind Charaktername und Server sowie die Frage, ob die Deaktivierung dauerhaft oder nur vorübergehend gelten soll; Star Stable schaltet den Chat ausschließlich bei Accounts von Minderjährigen ab.
Ohne jeden Aufwand wirkt der zweite Hebel, denn der globale Chat hängt an der Mitgliedschaft. Wer nicht Star Rider ist, hat keinen serverweiten Kanal, sondern nur den lokalen Chat in Sichtweite, und das ist die einfachste Einschränkung überhaupt.
Der dritte Punkt betrifft die hinterlegte E-Mail-Adresse. Neue Accounts können den Chat erst nutzen, nachdem die Adresse bestätigt wurde, und läuft der Account über die Adresse eines Elternteils, kommen Verifizierung, Kaufbestätigungen und Passwort-Zurücksetzungen ebenfalls dort an. Star Stable empfiehlt bei jüngeren Kindern selbst, das Passwort in elterlicher Hand zu behalten, auch weil Käufe nach dem Anmelden nicht noch einmal durch ein Passwort geschützt sind.
Schließlich lohnt es sich, das Ignorieren einmal gemeinsam auszuprobieren. Dazu klickt man die Person an, klickt oben am Bildschirm auf ihren Namen und wählt im Menü „Ignore“. Danach kann sie keinen Kontakt mehr aufnehmen und wird darüber nicht benachrichtigt. Die Ignorierliste öffnet sich mit der Taste F oder über das Freunde-Symbol im Hufeisen-Menü, und Namen lassen sich dort auch von Hand eintragen.
Beim Melden gibt es eine Einschränkung, die man kennen sollte. Die Funktion „Report a Player“ im Spiel ist nach Angaben des Anbieters bislang nur in den USA, Russland, der Ukraine, Schweden und Australien verfügbar, in Deutschland dagegen nicht; eine Ausweitung ist angekündigt, ein Termin steht nicht fest. Von hier aus läuft eine Meldung deshalb über das Support-Formular und braucht den vollständigen Charakternamen, den Grund sowie Datum und Uhrzeit. Bleibt eine Rückmeldung aus, schließt sich das Ticket nach fünf Tagen automatisch.
Was der Chatfilter leistet
Der Filter arbeitet KI-gestützt und nicht mit einer einfachen Wortliste, prüft also den Sinn ganzer Sätze in Echtzeit, während menschliche Moderatoren das System nachtrainieren. Blockiert werden Zahlen in fast allen Zusammenhängen, sämtliche Emojis, die Namen anderer Plattformen wie Discord oder Instagram, persönliche Angaben wie Name, Alter, Wohnort oder Schule sowie Beleidigungen, sexuelle Inhalte, das Anbahnen von Verabredungen und der Handel mit Spielwährung. Was nicht freigegeben wird, geht gar nicht erst raus; die Absenderin sieht lediglich einen Hinweis.
Damit bietet Star Stable mehr als die meisten vergleichbaren Spiele, doch zwei Einschränkungen gehören dazu. Abschalten oder verschärfen lässt sich der Filter nicht, einen strengeren Modus für Achtjährige gibt es also nicht, sondern nur „Chat an“ oder „Chat aus“. Und geprüft werden Formulierungen, nicht Absichten: Der Filter kann verhindern, dass jemand „Discord“ schreibt, nicht aber, dass sich zwei Personen über einen Kommentar auf einer anderen Plattform wiederfinden.
Entsprechend gemischt fallen die Einschätzungen aus. Die Family Gaming Database bewertet die Moderation als nicht lückenlos, in den Elternbewertungen bei Common Sense Media überwiegen Sorgen vor Cybermobbing und Kritik an der Moderation, und in Rückmeldungen von Kindern taucht wiederholt die Beschreibung einer rauer werdenden Community auf; eine Spielerpetition aus dem Jahr 2024 forderte die Rückkehr eines Live-Moderationsteams. Zusammengefasst unterbindet der Filter die offensichtliche Kontaktanbahnung im Spiel recht zuverlässig, während Mobbing in erlaubten Worten und der Wechsel auf eine andere Plattform davon unberührt bleiben.
Clubs als soziale Mitte
Ein Club, offiziell „Riding Club“, ist die Spielergruppe von Star Stable, mit eigenem Clubhaus in Silverglade Village, einer Reithalle mit frei platzierbaren Hindernissen, eigenem Chat, Terminkalender und neun Rangstufen. Für viele Kinder ist er der eigentliche Grund, weiterzuspielen.
Gegründet wird ein Club für 50 Star Coins und damit über Echtgeld, und das können nur Star Rider. Beitreten kann grundsätzlich jede, allerdings ausschließlich per Einladung. Bis zu fünfzig Mitglieder finden Platz, und verlässt die Besitzerin den Club, löst er sich vollständig auf.
Eine Besonderheit hat dabei Folgen, die über das Spiel hinausreichen: Es gibt weder eine Club-Suche noch ein Bewerbungssystem. Wer einen Club sucht, findet ihn außerhalb, auf Fanseiten, TikTok, YouTube, Instagram und vor allem Discord.
Bewerbungsformulare, meist über Google Forms oder Discord, fragen deshalb typischerweise nach Alter, Zeitzone, Discord-Namen und Instagram-Account, also nach genau den Angaben, deren Weitergabe die Chatregeln im Spiel selbst verbieten. Dazu kommt, dass viele Erwachsene mitspielen: Öffentliche Club-Verzeichnisse nennen Mindestalter von 14, 16 und 18 Jahren, vereinzelt auch darüber, und es gibt Discord-Server ausdrücklich für erwachsene Spielerinnen. Überprüft werden diese Altersangaben nirgends, und wer die Altersgrenze einer Plattform unterschreitet, verliert mit einer Falschangabe zugleich die Voreinstellungen, die dort für Minderjährige gelten.
Hinzu kommt die soziale Seite eines Clubs. Ausschlüsse sind jederzeit und ohne Begründung möglich, und wenn eine Clubbesitzerin aufhört, verschwindet das gesamte soziale Umfeld eines Kindes im Spiel auf einen Schlag.
Warum Discord ins Spiel kommt
Dass Star-Stable-Spielerinnen auf Discord unterwegs sind, hat mit dem Aufbau des Spiels zu tun. Der Filter macht längere Gespräche mühsam, der globale Chat setzt eine Mitgliedschaft voraus, eine Club-Suche fehlt, Sprach-, Bild- und Videofunktionen gibt es nicht, und Discord verbindet Spielerinnen über Servergrenzen hinweg. Der größte inoffizielle Star-Stable-Server dort zählt rund 13.900 Mitglieder, daneben bestehen zahlreiche Club-, Rollenspiel-, Dressur- und Fotografie-Server.
Dort gelten die Schutzmechanismen des Spiels nicht mehr. Es gibt Sprachchat, Videoanrufe und Bildschirmfreigabe, private Nachrichten werden kaum gefiltert, Bilder lassen sich hochladen, und moderiert wird meist von Freiwilligen. Das Mindestalter liegt bei dreizehn Jahren, für jüngere Kinder ist die Plattform also formal nicht vorgesehen.
Seit März 2026 führt Discord weltweit Voreinstellungen für Jugendliche ein, samt Altersschätzung per Video-Selfie oder Ausweis. Nach eigenen Angaben werden allerdings über neunzig Prozent der Nutzerinnen und Nutzer die Plattform unverändert weiterverwenden, und der weitere Ausbau der Altersprüfung ist auf die zweite Jahreshälfte 2026 verschoben. Wer die Einstellungen selbst in die Hand nehmen möchte, hat vier Möglichkeiten:
- Das Family Center von Discord einrichten. Es zeigt für sieben Tage, mit wem geschrieben und telefoniert wurde und welchen Servern das Konto beigetreten ist, Nachrichteninhalte ausdrücklich nicht, und es funktioniert nur bei beidseitiger Zustimmung.
- Direktnachrichten von Servermitgliedern deaktivieren.
- Die Option „Keep me safe“ aktivieren, die alle Direktnachrichten auf sensible Inhalte prüft.
- Freundschaftsanfragen auf „Freunde von Freunden“ begrenzen oder ganz abschalten.
Das heißt nicht, dass auf diesen Servern ständig etwas vorfällt, denn die meisten sind Gruppenchats über Pferde. Es heißt, dass dort andere Regeln gelten als im Spiel und dass es sich lohnt zu wissen, wo ein Kind unterwegs ist.
Rollenspiel: was dabei gespielt wird
Rollenspiel ist kein offizielles Spielfeature, prägt die Star-Stable-Kultur aber stark. Die verbreitetste Form ist RRP, „Realistic Roleplay“, bei der statt der Fantasy-Handlung realistischer Reitstall-Alltag nachgestellt wird. Beim Reitstall- oder Reitschul-Rollenspiel übernimmt jede eine Rolle als Stallbesitzerin, Reitlehrerin, Schülerin oder Stallhilfe, meist mit festen Unterrichtszeiten. Reitinternat und Reitcamp ergänzen eine Rahmenhandlung mit Zimmerverteilung und Tagesablauf, während Turnier- und Dressur-Rollenspiel mit Ligen, Startlisten und Wertungsrichterinnen arbeitet. Beim Tierarzt-Rollenspiel wird ein Pferd behandelt, und beim Zucht-Rollenspiel werden Abstammungen und Fohlen erfunden, weil das Spiel selbst kein Zuchtsystem kennt.
Für Kinder ist das durchaus anspruchsvoll, denn sie schreiben, organisieren, handeln Regeln aus, erfinden Figuren und halten Termine ein. Zum Mitreden genügen vier Abkürzungen: RP und RRP stehen für die beiden Rollenspielformen, IC für „in character“, wenn die Figur spricht, und OOC für „out of character“, wenn die Person selbst spricht.
Praktisch am wichtigsten ist die Frage, wo das alles stattfindet. Kurze Szenen laufen im Spiel, im lokalen Chat oder in der Clubhalle, ausführliche Absprachen dagegen fast vollständig über Discord. Rollenspiel ist damit der häufigste Anlass, aus dem ein Kind einen Discord-Account möchte.
Begriffe, die häufig fallen
| Kürzel | Bedeutung |
|---|---|
| SSO | Star Stable Online |
| SR / LT | Star Rider, die Mitgliedschaft / Lifetime-Variante |
| SC | Star Coins, die mit Echtgeld gekaufte Währung |
| JS | Jorvik Shillings, die erspielbare Währung |
| Jorvik | die Spielwelt |
| Soul Riders | die vier Heldinnen der Hauptgeschichte |
| dailies | täglich wiederholbare Aufgaben |
| grind | Wiederholen gleicher Aufgaben für Währung oder Stufen |
| champs | Championship Races, die Rennen |
| GM | Game Master, offizielle Mitarbeitende |
| ReShade | erlaubte Grafikerweiterung für Screenshots |
| botting / trading | Automatisierung und Accounthandel, beides verboten |
Was das Spiel kostet
Kostenlos spielbar ist Star Stable bis Stufe 5, die sich in wenigen Stunden erreichen lässt. Ohne Mitgliedschaft bleiben die Gebiete Moorland und Fort Pinta zugänglich, das restliche Jorvik dagegen nicht, und auch die meisten Aufgaben, der globale Chat und die wöchentlichen Star Coins entfallen. Die Frage nach einer Mitgliedschaft kommt entsprechend früh.
| Paket | Website | App Store (Deutschland) |
|---|---|---|
| 14 Tage | nicht angeboten | 2,49 € |
| 1 Monat | 6,49 € | 7,99 € |
| 3 Monate | 13,99 € | 17,99 € |
| Einmalzahlung | 71,95 € | 49,99 € |
Bei den laufenden Abos ist die Website deutlich günstiger als der App Store, sodass rund zwanzig Prozent mehr zahlt, wer über das iPhone abschließt. Bei der Einmalzahlung ist es umgekehrt, wobei der Websitepreis regelmäßig rabattiert angeboten wird, häufig verbunden mit einem Streichpreis und einem Countdown. Wer ohnehin kaufen möchte, kann eine solche Aktion abwarten, denn sie kehren wieder.
Monats- und Quartalsabos verlängern sich automatisch bis zur Kündigung, die über „Account“ und „Manage Subscription“ läuft. Für ungenutzte Zeit sieht der Anbieter keine Rückerstattung vor und weist selbst darauf hin, dass Abbuchungen gelegentlich etwas früher erfolgen als erwartet; eine Kündigung auf den letzten Tag ist deshalb riskant. Die Einmalzahlung verlängert sich nicht.
Die zweite Kostenebene sind die Star Coins, mit denen Pferde, Kleidung, Sattelzeug und Frisuren bezahlt werden. Im App Store kosten die Pakete zwischen 4,99 € und 69,99 €, öffentlich mit Menge ausgewiesen sind 1.000 Coins für 29,95 €, womit ein Coin bei etwa drei Cent liegt. Ein durchschnittliches Pferd kostet 800 bis 900 Coins und damit rund 25 bis 27 Euro, günstige Ponys beginnen bei 350 Coins. Star Rider erhalten samstags 100 Coins geschenkt, umgerechnet etwa drei Euro, sodass für ein durchschnittliches Pferd rund zwei Monate zusammenkommen, wenn ausschließlich davon gespart wird.
Seit 2024 gibt es zusätzlich den „Trailblazer Track“, ein saisonales Belohnungssystem nach Art eines Battle Pass. Er kostet nichts extra, steht aber nur Star Ridern offen und belohnt tägliches Einloggen.
Die Verkaufsmechanik ist Gegenstand eines laufenden Verfahrens. Am 21. März 2025 leitete die EU-Kommission gemeinsam mit dem Verbraucherschutz-Netzwerk CPC ein Durchsetzungsverfahren gegen die Star Stable Entertainment AB ein, ausgelöst durch eine Beschwerde des schwedischen Verbraucherverbands. Beanstandet werden Werbung, die Kinder unmittelbar zum Kauf auffordert oder dazu, Erwachsene zum Kauf zu bewegen, künstlicher Zeitdruck bei Angeboten, eine intransparente Preisdarstellung durch die Zwischenwährung Star Coins sowie unzureichend gekennzeichnete Influencer-Werbung. Ein Ergebnis liegt bislang nicht vor.
Am zuverlässigsten begrenzen lässt sich der Kostenrahmen auf dem Gerät selbst. Auf iPhone und iPad geht das über „Einstellungen“, „Bildschirmzeit“ und „Beschränkungen“, wo sich In-App-Käufe deaktivieren oder mit einer Passwortabfrage versehen lassen, auf Android über Google Play, „Einstellungen“ und „Authentifizierung für Käufe“. Im Star-Stable-Account selbst gibt es keine Kaufsperre, dort hilft nur, keine Zahlungsdaten zu hinterlegen und die Zugangsdaten selbst zu verwalten.
Rückerstattungen sind auf 30 Tage begrenzt, gelten nur für Käufe über die Website und nur für vollständig unbenutzte Coins, während Käufe über den App Store bei Apple oder Google zu reklamieren sind. Eigenmächtige Rückbuchungen über die Bank können zur dauerhaften Sperrung des Accounts führen. Für Käufe, die ein Kind ohne Einwilligung getätigt hat, gelten in Deutschland zusätzlich die Regeln zur beschränkten Geschäftsfähigkeit nach § 108 BGB; Ansprechpartner dafür ist die Verbraucherzentrale.
Wenn Sie den Support brauchen
Alle Anliegen laufen über das Kontaktformular im Support-Bereich der Website, daneben gibt es ein Hilfe-Center mit Artikeln zu den häufigsten Fragen und eine eigene Adresse für Datenschutzanfragen. Sitz des Unternehmens ist Stockholm.
Seit Februar 2025 gibt es Support in allen vierzehn Spielsprachen und damit auch auf Deutsch. Die Mitarbeitenden arbeiten allerdings auf Englisch, weshalb deutsche Antworten maschinell übersetzt und entsprechend holprig formuliert sind. Eine zugesagte Reaktionszeit gibt es nicht, und die Wartezeit gehört zu den häufigsten Kritikpunkten in Elternbewertungen.
Gestaltung und Inhalte
Optisch ist Star Stable warm gehalten, mit gedämpften Farben, wechselnden Jahreszeiten, Sonnenauf- und -untergängen und einer offenen Landschaft aus Wäldern, Stränden, Dörfern und Bergen. Die Pferde sind sorgfältig animiert, von den Gangarten bis zum Verhalten, und daraus entsteht ein großer Teil der Bindung an das Spiel. Technisch bewegt es sich nicht auf dem Niveau aktueller Großproduktionen, läuft dafür aber auch auf schwächeren Laptops und auf dem Handy.
Inhaltlich enthält das Spiel weder Gewaltdarstellungen noch sexualisierte Inhalte. Medienpädagogisch angemerkt wird regelmäßig, dass sich ausschließlich weibliche Figuren erstellen lassen. Die Auswahl bei Frisuren, Hauttönen und Kleidung ist dagegen über die Jahre deutlich erweitert worden.
Kurz zusammengefasst
- Eigene E-Mail-Adresse im Account hinterlegen und das Passwort verwalten.
- In-App-Käufe auf dem Gerät sperren oder mit einer Passwortabfrage versehen.
- Bewusst über die Mitgliedschaft entscheiden, denn ohne sie gibt es keinen globalen Chat.
- Für eine vollständige Abschaltung des Chats den Support von der Account-Adresse aus anschreiben.
- Die Ignorieren-Funktion einmal gemeinsam ausprobieren.
- Über die Briefkästen sprechen, weil dort auch Unbekannte ohne Freundschaft schreiben können.
- Fragen, ob es einen Club-Discord gibt, und die dortigen Einstellungen gemeinsam durchgehen.
- Drei Punkte verabreden: keine Angaben zu Alter, Wohnort oder Schule, keine Fotos, und bei unangenehmen Kontakten jederzeit Bescheid sagen dürfen.
Einordnung
Star Stable Online ist ein sorgfältig gemachtes Pferdespiel ohne Gewalt, ohne Sprachchat und ohne Bildaustausch, mit einem strengeren Chatfilter als viele vergleichbare Titel. Zugleich fehlen echte Elternkontrollen, die Meldefunktion im Spiel steht in Deutschland nicht zur Verfügung, die Moderation steht seit Jahren in der Kritik, und die Verkaufsmechanik beschäftigt derzeit die EU-Kommission.
Die meisten Fragen entstehen deshalb nicht im Spiel selbst, sondern dort, wohin die Kommunikation ausweicht, also in Clubs, auf Discord und in Rollenspielgruppen. Wer weiß, ob und wo sein Kind außerhalb des Spiels unterwegs ist, hat den größeren Teil bereits beantwortet.
Am meisten bringt dabei kein technischer Handgriff, sondern eine Stunde nebendran: sich Jorvik zeigen lassen und fragen, mit wem dort eigentlich geredet wird.
Häufige Fragen
- Ab welchem Alter ist Star Stable Online geeignet?
- Eine USK-Freigabe gibt es nicht, weil das Spiel rein digital vertrieben wird. Google Play führt es unter PEGI 7, der App Store unter 9+. Der Ratgeber elternguide.online empfiehlt mindestens zehn Jahre und gemeinsames Spielen zu Beginn, Common Sense Media nennt acht Jahre. Diese Angaben beziehen sich auf die Inhalte des Spiels; die Kommunikation mit anderen Spielerinnen ist darin nicht berücksichtigt.
- Ist Star Stable Online kostenlos?
- Bis Stufe 5 und in zwei kleinen Gebieten ja. Danach braucht es eine Mitgliedschaft als Star Rider, die über die Website 6,49 € im Monat oder 13,99 € im Quartal kostet; dazu kommt eine Einmalzahlung für 71,95 €. Über den App Store sind es 7,99 €, 17,99 € beziehungsweise 49,99 €. Unabhängig davon lassen sich Star Coins kaufen, mit denen Pferde und Ausrüstung bezahlt werden.
- Kann ich den Chat komplett abschalten?
- Ja, allerdings nicht im Spiel selbst. Die Abschaltung läuft über das Kontaktformular des Supports und funktioniert nur, wenn die Anfrage von der E-Mail-Adresse kommt, die im Account hinterlegt ist. Star Stable deaktiviert den Chat ausschließlich bei Accounts von Minderjährigen.
- Gibt es Sprachchat in Star Stable Online?
- Nein. Das Spiel kennt ausschließlich Textchat, und Fotos, Sprachnachrichten oder Videos lassen sich nicht verschicken. Sprachchat entsteht erst dort, wo Spielerinnen auf Plattformen wie Discord ausweichen.
- Wie viele deutsche Server gibt es?
- Rund 18 und damit mehr als in jedem anderen Land. Die Zuordnung erfolgt bei der Registrierung automatisch über die IP-Adresse. Innerhalb der deutschen Region lässt sich der Server über die Website kostenlos wechseln, ein Wechsel in eine andere Länderregion ist nicht vorgesehen.
- Können fremde Erwachsene mein Kind anschreiben?
- Möglich ist das über den lokalen Chat, über den globalen Chat bei bestehender Mitgliedschaft und über die Briefkästen in der Spielwelt, für die keine Freundschaft nötig ist. Der Chatfilter blockiert persönliche Angaben und Verweise auf andere Plattformen, den Kontakt an sich verhindert er nicht.
- Was bedeutet RRP?
- Die Abkürzung steht für „Realistic Roleplay“. Gemeint ist damit nachgestellter Reitstall-Alltag statt der Fantasy-Handlung des Spiels, also Reitschule, Internat, Turnier oder Tierarztbesuch. Kurze Szenen laufen im Spiel, ausführliche Absprachen meist außerhalb und häufig über Discord.
- Wie melde ich einen Spieler aus Deutschland?
- Die Meldefunktion im Spiel ist bislang nur in einzelnen Ländern verfügbar, Deutschland gehört nicht dazu. Von hier aus läuft eine Meldung deshalb über das Support-Formular und braucht den vollständigen Charakternamen, den Grund sowie Datum und Uhrzeit. Unabhängig davon lässt sich die Person im Spiel jederzeit ignorieren.